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"Racing should never be an ordeal, rather an enjoyable and life-enhancing experience."

Bruce Fordyce (Comrades)

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Alle zeigen - Bericht von Marion zum 2. Darmstadt Marathon:
Marion , 07.09.2009

2. Darmstadt - Marathon:"Jugendstil-Natur-Marathon"

Nach der fulminanten Erstauflage im vergangenen Jahr, als die deutschen Marathon - Sparkassenmeisterschaften in Darmstadt ausgerichtet wurden, fand nun am 6. September 2009 die zweite Auflage des Darmstadt-Marathons statt. Nach über 6000 LäuferInnen im letzten Jahr, die sowohl bei den Sparkassenmeisterschaften als auch den offenen Läufen starteten, hatten die Veranstalter große Erwartungen, die mit annähernd 2500 LäuferInnen nicht ganz erfüllt wurden. Dazu später mehr.

Diesmal wurde die Strecke im Vergleich zum Vorjahr geändert, aber die Ausrichter blieben dem Motto "Stadtmarathon im Grünen" treu und wählten eine wunderbare 21 km - Runde durch den Stadtwald Darmstadts aus, die außerdem noch in die Innenstadt Darmstadts führte.

Ganz besonders hervorzuheben ist bei diesem Kurs, dass es keine einzige hässliche Ecke gab, die ja sonst oft bei Stadtmarathons unvermeidlich sind.

Gestartet wurde in der Nähe des Bürgerparks, einem großen Gelände, in dem neben einem Leichtathletikzentrum auch ein Schwimmbad sowie weitläufige Grünanlagen zu finden sind. Die Marathonmesse und Startnummernausgabe waren in einer großen Sporthalle angesiedelt, die sich ebenfalls auf diesem Gelände befindet. Alles war sehr gut sowohl mit ÖPNV als auch per Auto erreichbar. Parkflächen waren ausreichend vorhanden durch das sich unmittelbar anschließende Messegelände.

Logistisch sehr angenehm war die Kleiderabgabe in der dort auch befindlichen Rollsporthalle organisiert, die sich nur ca. 100 m vom Startbanner befand. Eine ausreichende Anzahl von Dixis war vorhanden, was ja nun auch nicht unwichtig vor dem Start ist. Um 9 Uhr wurden Halbmarathonis und Marathonis gemeinsam auf die Strecke geschickt.

Die Strecke führte zunächst leicht bergauf durch das Komponistenviertel, das von Wald umgeben ist und so von Anfang an den LäuferInnen gute Luft bescherte. Nach ca. 3 km bog die Strecke in den Wald ab, wo es sich auf breiten Wegen wunderbarem Wetter (sonnig, beim Start ca. 15 Grad, später bis 20 Grad, kaum Wind) sehr schön laufen ließ. Die Strecke war leicht wellig, harte Anstiege gab es aber nicht - und für Versorgung der LäuferInnen war bestens gesorgt durch eine mehr als ausreichende Zahl an Verpflegungs- und Wasserstellen.

Bei km 10 war wieder Straßenpflaster erreicht und die LäuferInnen nahmen Kurs auf das Oberfeld, das einen weiten Blick auf den sich langsam herbstlich färbenden Wald und den blauen Himmel erlaubte. Nach einer kurzen weiteren Waldpassage wurde bei km 15 beim Oberwaldhaus, einem schönen Ausflugslokal mit einem kleinen See, wieder Kurs auf Darmstadt auf Asphalt genommen. Hier wurde der erste "Action-Point" erreicht, wo der Chor "Mixed Vocals" gemeinsam mit TrommlerInnen eigens für den Darmstadt-Marathon komponierte mehrstimmige (!) Songs zum besten gab. Durch die personalisierten Startnummern wurden die LäuferInnen dann auch schon mal einzeln angesungen, was natürlich unglaublich motivierte und so manche(n) Marathoni zum Mittanzen und Mitsingen bewegte. Hier war wirklich Stimmung, was auf den anderen Streckenabschnitten nicht so sehr der Fall war.

Auf den folgenden Kilometern war dann Kultur pur angesagt. So passierten die LäuferInnen zunächst das Löwentor, das den Eingang zum einmaligen Park Rosenhöhe markiert und hatten dann Gelegenheit, den Blick auf den Fünffingerturm (das Wahrzeichen Darmstadts, das auch die diesjährige Medaille zierte), die Mathildenhöhe und etliche Jugendstilvillen zu genießen. Auf leicht abschüssiger Strecke ging es dann direkt in die Innenstadt, vorbei am Darmstadtium, der neuen Kongreßhalle Darmstadts, auf das Darmstädter Schloß zu und über den Karolinenplatz vorbei am Staatsarchiv, einer weiteren architektonischen Sehenswürdigkeit Darmstadts.

Hier sollte ein weiterer "Action-Point" sein, mit Band auf der Sparkassenbühne und Moderation von Radio Bob, aber leider war trotz guten Wetters wenig Publikum da. Weiter ging es durch den Herrngarten, den größten Stadtpark Darmstadts und hinein ins Martinsviertel, das durch seine bunte Vielfalt der dort lebenden Bevölkerung und die vielen Kneipen und Cafés hervorsticht. Dann war auch schon wieder die Kranichsteiner Strasse erreicht, die direkt wieder zum Startbanner führte, von wo aus die Halbmarathonis abbogen und im nahen Leichtathletikstadion das Ziel erreichten. Die Marathonis durften nochmal auf Runde zwei einbiegen und wurden bei km 22 wieder vom "Action Point" mit den nimmermüden SängerInnen von "Mixed Vocals" lautstark empfangen - und hatten bei der Rückkehr aus dem Wald kurz vor km 37 nochmals das gleiche Vergnügen und das galt auch für die nicht ganz so flotten LäuferInnen!

Die Versorgung auf der Strecke war hervorragend, freundliche HelferInnen reichten uns die Becher und hatten oft auch ein paar nette Worte parat, die die Lauffreude noch mehr erhöhten. Im Zielbereich war es dann mit der Verpflegung - zumindest für die langsameren Marathonis - nicht mehr ganz so toll, neben Wasser gab es noch Obst und Riegel, das alkoholfreie Bier war gerade ausgegangen (wobei Nachschub angekündigt war).

Der Publikumszuspruch war leider dürftig, hier wäre vielleicht eine Überlegung, eine Art "Action-Point" Contest o.ä. ins Leben zu rufen, nach dem Motto: die LäuferInnen wählen nach dem Marathon online den besten Action Point und der Gewinner wird auf der Website vorgestellt und bekommt eine kleine Trophäe.

Nun noch zu den TeilnehmerInnenzahlen: wie immer, wenn Halbmarathon und Marathon gemeinsam angeboten werden, hat auch in Darmstadt der Halbmarathon mit fast ca. 1500 LäuferInnen den Marathon mit ca. 400 LäuferInnen um ein Vielfaches überboten.
Das ist normal und stellt für viele Veranstalter, die genügend HelferInnen mobilisieren können auch kein Problem dar.
Aber das ist gerade die Crux, denn beim Marathon müssen die HelferInnen mindestens doppelt so lange im Einsatz sein. Auch die Logistik, wie Strassensperrungen durch die Polizei (was hervorragend klappte!), die ja viel länger aufrechterhalten werden müssen als beim Halbmarathon, ist ein wesentlicher Punkt.
Andererseits wäre es jammerschade, wenn der Darmstadt Marathon, der als Alleinstellungsmerkmal sicherlich das Siegel "Jugendstil- und Naturmarathon" oder "Stadtmarathon im Grünen" verliehen bekommen kann, nun sofort zum Halbmarathon herabgestuft würde. Hier wäre es wünschenswert, wenn der Veranstalter (soweit es das Budget erlaubt) dem Darmstadt Marathon auch künftig noch die Chance gibt, zu wachsen. Vielleicht trägt dieser Bericht ja dazu bei, noch einige Marathonis im nächsten Jahr nach Darmstadt zu locken - es lohnt sich, hier zu laufen und sich nach (oder vor) dem Marathon in Ruhe die kulturellen Highlights Darmstadts zu betrachten!

Halbmarathons gibt es ja nun viele, gerade auch um Darmstadt herum - und als LäuferInnen-Hochburg braucht Darmstadt einen Marathon!

Marion Möhle

© Marion , 07.09.2009

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