Zufälliges Zitat

"Life is not a problem to be solved, but a reality to be experienced"

Kierkegard

Nächster Ultramarathon

TransEurope-FootRace

TransEuropaLauf

Reisebericht nach Moskau

Grund der Reise:

  • Inwieweit können Gesellschaften und Organisationen den "TransEurope-FootRace" unterstützen, dabei Kontaktaufnahme.
  • Kooperation mit Organisationen und örtlichen Stellen
  • Mit potentiellen Sponsoren sprechen
  • Kontaktaufnahme mit den Medien
  • Erkundung des Zieleinlaufes
  • Übernachtungen im Zielbereich
  • Versorgung der Mannschaft im Zielbereich
  • Erkunden von Verkehrsverbindungen
  • Fragen der Einladungen und Visumanträge klären
  • Vereinfachte Grenzübertritte für Läufer und Fahrzeuge
  • Kontaktaufnahme mit BAYER und DAIMLERCHRYSLER
  • Empfang der Läufer im Zielbereich
  • Möglichkeiten der Siegerehrung
  • Gespräche mit offiziellen stellen, die dem Unternehmen nützlich und hilfreich sind
  • Gespräche mit Herrn Alexander Korovin. Bis vor der Moskaureise war er für die Organisation ein Helfer vor Ort. In Moskau einigten wir uns auf einen Organisationsvertrag aus dem hervorgeht, was Herr Korovin vor Ort in die Wege zu leiten hat. Er gehört somit der Organisation an und handelt im Interesse des "TransEurope-FootRace" und benutzt den Briefkopf des "TransEurope-FootRace" mit seinen Angaben, um im Sinne des "TransEurope-FootRace" tätig zu sein.
  • Kontaktaufnahme mit den Medien
  • Mich mit Land, Stadt und Leuten vertraut machen

Es konnten unmöglich alle Fragen geklärt werden. Fragen die noch nicht zur vollen Zufriedenheit geklärt sind, werden kontinuierlich weiter verfolgt.

Ankunft auf dem Flughafen "Sheremetjevo". Die Passkontrolle war recht zügig. Die Zollabfertigung verwarf leider meinen ersten Eindruck. Es war nicht die Strenge, sondern die Besetzung der Abfertigungsschalter. Einer der Herren machte sich erst einmal aus dem Staub und kam nach 10 Minuten gemütlichen Schrittes wieder. Die Sauberkeit war nicht überwältigend und war mit anderen Internationalen Flughäfen nicht vergleichbar. Etwas nervig waren die vielen Taxifahrer. Sie konnten nicht verstehen, dass ich auf jemandem wartete und kein Taxi wollte. Nachdem ich auf Ludger 1:45 Stunden gewartet hatte, musste ich davon ausgehen das wir uns verpasst hatten. Nach Aufnahme meiner Koffer stürzten sich die Taxifahrer auf mich. Von 60,00 $ konnte ich auf 35,00 $ runterhandeln, wobei das immer noch zu viel war, was soll's. Die Taxifahrt dauerte etwa 40 Minuten. Im Hotel MESHDUNARODNAJA angekommen, musste ich erst einmal meine Brille neu Justieren. Der Schuppen war für meinen Geldbeutel etwas zu vornehm, auch wenn es mir sehr gefiel. Ich musste nach Ludgers Ankunft über eine preiswertere Herberge sprechen.

Ludger erschien mit Herrn Alexander Korovin, den ich bereits von zahlreichen Schreiben herkannte. Er erschien mir sehr sympathisch. Herr Korovin ist Generaldirektor der Firma BANKOR Ltd. und hat einen Beraterauftrag von der BAYER AG in Moskau. Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, gingen wir ins nahegelegene Restaurant "Santa Fe" Es war sehr schön, aber wie ich schon sehr schnell feststellen musste, war alles sehr teuer. Herr Korovin kam sehr schnell auf den Punkt und erklärte mir seine Bereitschaft am "TransEurope-FootRace" mitzuarbeiten, was aber aufgrund seiner Vorstellungen alles sehr arbeitsreich war und bezahlt werden muss. Dieser Punkt sollte in den nächsten Tagen eingehend besprochen werden. Es war mir aber schon jetzt klar, das ich auf ihn nicht verzichten konnte.

Donnerstag, 16. Mai 2002

Gleich morgens besuchten wir die BAYER AG Moskau. Ludger stellte mir zunächst einige äußerst nette Damen vor, dann hatten wir einen Termin bei Herrn Deilmann (Finanz- und Innendienstleiter.) Ein Gespräch mit dem Leiter BAYER Moskau konnte nicht stattfinden, da Herr Hader in Deutschland verweilte. Ich lernte auch Frau Antonina L. Kurkino von der Administration kennen. Sie ist auch für viele Fragen eine gute Adresse. Des weiteren lernte ich Herrn Meinhold Sprink und andere Damen und Herren kennen. Wir bekamen ein Fahrzeug gestellt und waren jetzt mobil. Es konnte losgehen!

Wir fuhren zu einer Pressekonferenz, welche aus Anlass des "Festival des Laufens" gegeben wurde. Wir wurden als Presseleute behandelt und bekamen eine Legitimation, die uns berechtigte am Tage der Veranstaltung "Festival des Laufens" freie Durchfahrt zu genießen. Es gab noch einen kleinen VIP Ausweis. Während der Pressekonferenz wurde vom Fernsehsender STOLITZA gefilmt. Am nächsten Tag, so berichtete Herr Korovin waren wir deutlich zu sehen. Nach der Pressekonferenz nahm sich Herr Vladimir Oussatchev noch die Zeit, mit uns über den "TransEurope-FootRace" zu sprechen. Herr Oussatchev war in Eile und versprach uns nach dem "Festival des Laufens" am 19. Mai ein weiteres Gespräch. Herr Oussatchev ist der Vizepräsident der "All Russia Athletic Federation" Er hat aufgrund weiterer Funktionen freien Zugang zum Parlament. Er wirkt auch an den Olympischen Spielen mit und war einer von fünf Personen, die die Gesetzte für den Laufsport in Russland durchgesetzt haben. Ein Zeitungsreporter zeigte großes Interesse an den "TransEurope-FootRace". Er versprach mir über Herrn Korovin einen Artikel zukommen zu lassen.

Wir setzten Herrn Korovin daheim ab und fuhren zu einem guten Moskauer Hotel. Hier tagte der "Verband der Industrie deutscher Wirtschaft". Nachdem wir hier einen Eintritt von 15,00 § pro Person errichtet hatten, stand uns das vielfältige Büffet zur Verfügung. Zwischendurch genehmigte ich mir immer mal wieder ein Gläschen Rotwein. Ich stellte fest, dass ich hier am richtigen Ort war. Wir lernten hier einige Leute kennen, die auch sehr interessiert am "TransEurope-FootRace" waren. Unser erstes Opfer war Herr Anton Demidov (BTI Euro Lloyd) dann Herr Volkmar Piehl (BASF), Herr Jörg Dreger, Consulting, Lutz-Günter Appel (Immobilienfachberater der Fa. Aengevelt) und einige andere Herren.

Es wurde Zeit, dass wir zum Hotel Meshdunarodnaja kamen, denn dort hatten wir noch unsere Koffer deponiert. Ludger hatte inzwischen eine andere Herberge gefunden die nur ein 1/3 kostete. Es war klein, bescheiden und dennoch machte es keinen schlechten Eindruck.

Freitag, 17. Mai 2002

Wir holten Herrn Korovin ab und fuhren zu BAYER. Wir führten einige Telefonate mit unseren Bekanntschaften vom Vorabend. Dann besuchten wir Herrn Demidov von der Firma LLOYD. Es war ein ziemlich enges Büro. Herr Demidov zeigte sich unverändert interessiert und er wollte sich in unserer Angelegenheit an das Mutterhaus wenden. Es folgte von seinem Büro aus ein Anruf beim ZDF und der ARD- Moskau. Frau Gellinek wollte weitere Informationen. Bei der ARD war kein kompetenter Gesprächspartner aufzutreiben. Auch Frau Schöppe von ADIDAS Moskau bat um weitere Informationen. Allmählich gingen meine Pressemappen zu Ende!

Es folgte ein Besuch bei Herrn .................... vom Sportkomitee. Er ist ein hoher Beamter im Sportministerium. Er zeigte sich sehr interessiert und ließ sich von mir ausführlich berichten. Anschließend wurden uns die Umkleide- und Duschmöglichkeiten gezeugt. Das angebotene Hotel SLAWJANKA liegt etwa 500 Meter vom Zieleinlauf entfernt und würde sich gut anbieten. Leider untersteht das Hotel dem Verteidigungsministerium und ist für ausländische Gäste nicht vorgesehen. Hier hoffe ich noch auf eine Änderung. Ansonsten müssen nach preisgünstigen Alternativen gesucht werden, wobei wir noch hoffen, dass die Firma LLOYD die Kosten einer guten Unterkunft übernimmt.

Der Ablauf der letzten Etappe ist folgendermaßen gedacht: Die Läufer laufen ab der letzten Etappe mit Läufern aus Moskau / Russland gemeinsam bis zur Stadtgrenze. Hier besteigen sie einen Bus, der sie etwa zwei bis drei Kilometer in Richtung Stadion "Olympejdkij". Die Läufer laufen alle gemeinsam am olympischen Feuer vorbei und laufen im Bogen auf eine riesige Tribüne. Die Siegerehrung des "TransEurope-FootRace" soll vor der Siegerehrung des "All Russia ............." stattfinden.

Beeindruckt vom Erreichten fuhren wir weiter. Luder und Herr Korovin schlugen einen Besuch im GORKI PARK vor. Ich hatte schon seit einiger Zeit das Bedürfnis für eine Weile für mich allein zu sein, um einmal alles auf mich einwirken zu lassen. Daher äußerte ich den Wunsch für etwa zwei Stunden für mich zu sein. Wir trennten uns in unterschiedliche Richtungen. Es tat gut!

Wir setzten Herrn Korovin wieder daheim ab und wir fuhren zum Hotel. Nach zwei Bierchen und einem sehr eingehendem Gespräch horchten wir die Matratze ab.

Samstag, 18. Mai 2002

Ludger und ich besuchten den Touristenmarkt. Das Angebot war reichlich und wer sich hier nicht auskannte, der ließ hier mehr Geld zurück, als es ihm lieb war. Ich war beinahe eines der Opfer. Ich ließ mich mit einer Russenfellmütze zeichnen. der Knallkopf wollte 2.800 Rubel von mir haben. Zur Information: 100 Rubel sind 3,50 . Die Verhandlungsbasis lag schon bei 1.500 Rubel. Ludger griff in meinen Geldbeutel und gab ihm 200 Rubel. Es folgte kurzes Protestgeschrei, ein Gurgeln und dann war wieder Ruhe. Wahrscheinlich lachte er sich trotz allem eins ins Fäustchen. Mir war es die Sache wert.

Wir schlenderten noch eine Weile über den Markt und während Ludger den Einkaufszettel seiner Familie abarbeitete, ging ich unentschlossen von einem Stand zum anderen. Wie sollte es auch anders sein, zwischendurch mal ein Regenschauer und der Regen musste ausgerechnet auf das Objekt fallen, was ich zu kaufen gedachte. Es war ein Teddybär für meine Inge. Es ist ihr Hobby die Dinger zu produzieren, sammeln oder zu verscherbeln. Für 27,00 war das Vieh, dank Ludger zu haben.

Wir fuhren wieder zu BAYER, wo Herr Korovin schon auf uns wartete. Herr Korovin bekam noch eine Kopie vom "Verband der Industrie deutscher Wirtschaft". Ludger setzte noch ein Schreiben für Frau Schöppe, Firma ADIDAS auf. Herr Korovin mahnt zur Eile. Wir wollten nämlich noch die letzte Etappe erkunden und er hatte die Befürchtung, dass wir mitten in den Berufsverkehr geraten.

Wir machten uns auf dem Weg nach Golitsino. Wir fuhren aber noch weiter nach Akinschinov und waren somit etwa 122 km von der Stadtgrenze Moskau entfernt. Ich schrieb die Orte mit km Angaben so gut wie möglich mit. Es ist ein absolut gerader Weg nach Moskau. Bei dieser Etappe sind ja auch die Läufer des Leichtathletikverbandes und Läufer aus Moskau dabei. Ludger wird mit dem Fahrrad nebenher fahren und dann kann nichts mehr schief gehen, außer das Ludger das Fahrrad nicht halten kann.

In Borotinow machten wir kurz halt. Dieser war ein kleiner Ort mit nur wenigen Häusern und großer historischer Vergangenheit. Hier fand am 26. August 1812 eine Schlacht gegen Napoleon statt. Napoleon war mit seinem Heer, nach der Einnahme Moskaus auf dem Rückmarsch und holte sich hier einige blutige Nasen. Es waren sehr viele Tote und Verwundete auf beiden Seiten zu beklagen. Aber auch im zweiten Weltkrieg war es ein grausiger Kriegsschauplatz. Man hat die Schützengräben und Stellungen der Nachwelt erhalten.

Wir fuhren nach Moskau zurück und es wurde die Frage nach einem kleinen Bierchen und einem Happen zu Essen gefragt. Wir entschieden uns für einen kleinen Imbiss. Es musste nicht unbedingt "Mc Donald" sein, aber das Gemäuer, wo ich hingeführt wurde war mir dann doch zu exklusiv. Zwei Häuserblocks weiter war es schon eher bürgerlich und ich erlebte mit meinen Partnern einen schönen Abend. Diesen Laden möchte ich unbedingt weiterempfehlen.

Sonntag, 19. Mai 2002

Ludger und ich standen schon sehr früh auf. Ludger wollte den Leuten in der Deutschen Botschaft ein Ohr abnagen und ich wollte am 5.000 Meterlauf beim "Festival des Laufens" teilnehmen. Mit unseren Ausweisen kamen wir wohl schnell durch, aber die Zeit wurde dennoch knapp. Wir trafen Herrn Oussatchev und dieser führte uns zur Startnummernausgabe. Während Herr Korovin meine Anmeldung ausfüllte, ließ ich schon einmal die Kleidung fallen. Meine übliche Prozedur konnte ich heute vergessen. Das heißt: Noch einmal einen dicken Baum such, warmlaufen und Dehnübungen. Was soll's, dann eben nicht. Sieben Minuten langen da nun mal nicht. Ich machte hier eine völlig neue Erfahrung die ich bei Gelegenheit umsetzen werde. Mit einer Militärkapelle marschierten wir etwa 300 Meter zum Start. Die 5.000 Meterläufer starteten zusammen mit den Marathonläufern. Ich jagte los und merkte schon nach kurzer Zeit, dass mein Tempo für meinen Trainingszustand zu hoch war. Auch meine Rippenverletzung ist noch nicht ausgeheilt, so das ich mehr recht als schlecht diesen Lauf im Lauftrefftempo beendete. Im Ziel gab ein Eiskrem.

Herr Korovin und ich suchten nach einer Duschmöglichkeit. Es war für mich unbegreiflich, wo die Läufer alle nach dem Zieleinlauf geblieben sind. Ich lief kreuz und quer und fand einen Duschraum mit drei Brausköpfen. Ich war nicht einmal sicher, ob dieser Duschraum etwas mit dem Lauf zu tun hatte. Wie ich später erfuhr, ist es für russische Läufer nicht üblich, dass sie ihre Kleidung im Umkleideraum liegen lassen. Leider besteht hier ständig die Angst, dass etwas wegkommt. Es gibt auch kaum ein Auto, was nicht mit Lenkradsicherung und ähnlichen Sicherheitsmaßnahmen verschlossen ist.

Frisch geduscht traf ich wieder auf Herrn Korovin, der schon auf mich wartete. Ich wurde in der VIP Lounge einem Senator der Regierung vorgestellt. Es war Herr H. Efrim Levorvitsch Kerpelman vom russischen Parlament. Er ist außerdem von der Russischen Kommission für Sport- und Jugendbewegung zuständig. Ich erfuhr, dass ein Regierungserlass erstellt wird, der unter anderem die Aufnahme des "TransEurope" beinhaltet. So gesehen, haben wir jetzt Unterstützung von aller höchster Stelle. Weiter erfuhr ich, dass der Weißrussische Präsident Lukaschenko auch Vorsitzender des Olympischen Komitees in Weißrussland ist.

Herr Kerpelman schlug folgendes vor: Aus jedem zu durchlaufendem Land sollen Läufer dabei sein, die an den Grenzen eine Fahne oder ähnliches übergeben. Sie bilden somit eine Stafette. Auf meinem Einwand hin, dass der "TransEurope" hier eine zusätzliche Belastung hat, sagte er mir, dass dieses nicht Sache der Organisation "TransEurope" sein wird. Die Leichtathletikverbände sollen diesen Part übernehmen. Die Leichtathletikverbände wurden durch mich bereit Anfang Mai angeschrieben. Herr Kerpelman will auf Regierungsebene weitere Schritte veranlassen, um den "TransEurope" zu einer Internationalen Sache wachsen zu lassen. Es soll sogar das Europaparlament und der Weltathletikverband in Kenntnis gesetzt werden. Laut Aussage von Herrn Kerpelman wird der Weißrussische Präsident nicht benötigt für dieses Vorhaben, da diese Sache über andere Verbände laufen soll und es eine Regierungsangelegenheit wird. Herr Oussatchef hat in dieser Angelegenheit voll zugestimmt.. Eventuell kann von diesen Organisationen die Schirmherrschaft übernommen werden?

Der Welttag des Laufens wir in verschiedenen Ländern durchgeführt und findet jeweils am 3. Wochenende im Juni statt. Russland nimmt in diesem Jahr zum 11. Mal daran teil. Der "TransEurope" wird ein Teil der Idee des Weltolympischen Komitees. Der Senator verabschiedete sich, aufgrund weiterer Verpflichtungen.

Es folgte ein sehr langes und intensives Gespräch mit Herrn Oussatchev. Er konnte sich mit dem Slogan "Europa, wir sind auf dem Weg" nicht anfreunden. Ich schlug im deshalb den Slogan: "Läufer für ein friedliches Europa" vor. Dieser Vorschlag stieß auf breite Zustimmung. Wir hatten viele Gemeinsamkeiten und es entstand eine lockere und freundschaftliche Atmosphäre. Er stellte immer wieder die gemeinsamen Ziele des Sports heraus: Menschlichkeit, Frieden unter den Völkern und ein friedliches Miteinander. Herr Oussatchev war einer von fünf Personen, die die Sportgesetze der Laufwettbewerbe in Russland durchgesetzt hat. Er hat in seiner Person freien Zugang zum Parlament.

Hier etwas politisches: Die Duma bereitet die Gesetze und deren Änderungen vor und legt sie dem Rat der Föderation vor. Der Rat entscheidet und gibt sie an den Präsidenten weiter.

Zum Schluss lernte ich noch einige Laufveteranen kennen.

Ludger meldete sich auf meinem Handy und bat uns zum "Roten Platz" zu kommen. Herr Korovin und ich fuhren mit der METRO dorthin. Da Moskau jeden Tag 6. Millionen Menschen mit der Metro befördert, sind die Bahnhöfe entsprechen ausgebaut. Ich bin auf der bisher längsten Rolltreppe gefahren, die ich in den letzten 54 Jahren kennen gelernt habe. Moskau hat, so genau weiß man es nicht, 10 Millionen Einwohner, dazu kommen noch etwa weitere 3 Millionen die nirgendwo registriert sind. Herr Korovin schlug mir die persönliche Anrede DU vor. Wir sind beide Jahrgang 1948. Also, Alexander, dann wollen wir mal den schlaffen Triebus suchen!

Ludger war noch nicht in Sichtweite, daher zeigte mir Alex den "Roten Platz" wobei ich erfuhr, dass die Bezeichnung ROT keinen politischen Charakter hat. So hieß der Platz schon zu Zarenzeiten. ROT bedeutet nur FREUDE. Beim Anblick einer roten Fahne werde ich mich in Zukunft also freuen.

Nach einiger Zeit fanden wir Ludger, wie immer palavernd. Wir tauschten in kurzen Worten das erreichte aus. Mein anfänglicher Pessimismus, um nicht zu sagen, Angst, entwickelte sich allmählich zur Euphorie und die Farbe Rot gewann an Bedeutung.

Ludger stellte sich am Anfang nur als Berater und Kenner der Russischen Mentalität zur Verfügung. Ohne das ich etwas dafür getan habe, ist er jetzt gefangen in das Unternehmen "TransEurope" und ich bin froh, dass er dabei ist. Es ist ihm immer wieder gelungen, meine Zweifel zu reduzieren. Dabei hat er aber auch Verständnis für meine Zweifel und Bedenken gezeigt. Er ist ein Kumpel dem ich ruhig mal in die Rippen stoßen kann ohne das er das Jammern anfängt. Ludgers Aufgabenbereich hat sich erweitert, indem er jetzt auch zum großen Teil in die Sponsorensuche eingegliedert ist.

Wir machten auf dem "Roten Platz", vor der "Basilius Kathedrale" und vor dem Kaufhaus GUM und Umgebung noch einige Fotoaufnahmen und fuhren dann zur Deutschen Botschaft. Hier nahmen wir nach einigen Gesprächen ein Deutsches Essen zu uns. Ludger setzte seinen Laptop in Schwung und wir verfassten gemeinsam die Anlage 1 zum Vertrag des Herrn Korovin. Es ging ziemlich problemlos, denn im Wesendlichen ging es in der Regel um die Formulierung. Dieser Entwurf soll voraussichtlich am 15. Juni 2003 dem Vorstand vorgestellt werden. Wir werden ihn dann unterschreiben und Alex hat seinen Fahrplan.

Herr Korovin ist unser wichtigster Verbindungsmann in Russland / Moskau. Ein Verzicht seiner Person würde das Unternehmen nicht nur gefährden, sondern würde wohl auch das AUS bedeuten. Dieser Mann verfügt über Verbindungen die bis in Regierungskreise reichen. Er hat keine leichte Aufgabe übernommen.

Nach einem weiteren erfolgreichen Tag machten wir uns auf dem Heimweg. Unterwegs wollte ich noch aus dem Gelddattelautomaten etwas herausholen. Ich konnte mich nicht sofort über die Höhe des Betrages entschließen. Die Ratte zog meine Karte ein. Sofort benachrichtigte ich meine Inge, die alles weitere veranlasste.

Gerade heute hatte ich mein Bierchen verdient. Eine zweite Flasche wollte weder Ludger, noch ich trinken und so nuckelten wir gemeinsam an einer weiteren Flasche gemeinsam.

Montag, 20. Mai 2002

Es fing gestern schon an, aber jetzt glaubte ich es wirklich. Es regnete und zwischendurch wurde der Regen zu einem leichten Schneeregen. Die Temperaturanzeige zeigte 3 Grad, sogar plus. Jetzt wusste ich auch, wieso mir nicht so richtig warm wurde.

Alex hat uns ein Taxi zu BAYER bestellt. Dorthin fuhren wir auch, um das Fahrzeug in der Firma wieder abzugeben. Nachdem an Ludger mal wieder keine BAYER Mitarbeiter ohne Gespräch an ihm vorbeikam, meldete sich kurz darauf der Taxifahrer und ab ging es zum Flughafen. Wir tranken noch einen Kaffee und dann machte sich Ludger auf dem Weg. Ich hatte inzwischen noch viel Zeit und bereitete diesen Schrieb schon einmal vor.

"TransEurope-FootRace"


19. April bis 21. Juni 2003

Allgemeines:

  • In Moskau ist die Vorwahl für Deutschland: 8 - 10 - 49 ..............
  • Wechselkurse, Stand Mai 2002
    • 1Euro 28 Rubel
    • 1$ 30 Rubel
    • 1Euro 0,90$
    • 1$ 1,10 Euro
    • 100Rubel 3,50Euro

Schon jetzt ein wichtiger Hinweis, der von mir noch eingearbeitet wird:

  • Reisepass und Visum kopieren
  • Traveller Schecks und (oder Kreditkarten mitnehmen)
  • Ich werde noch preisgünstige Unterkünfte für die Läufer einarbeiten
  • Sind die Mobiltelefone fürs Ausland freigeschaltet?

Benzinpreise, Stand Mai 2002

  • 95 Oktan 9,60 Rubel
  • 92 Oktan 8,60 Rubel
  • 80 Oktan 6,60 Rubel

Vorher beim ADAC / ACE usw. erkundigen, wie weit das Netz für Super bleifrei ausgeweitet ist. Zur Zeit noch sehr dünn!


Ingo Schulze - Moskauerfahren


Ingo Schulze, ischulze@t-online.de
Tel.: 0049 (0) 7451 / 46 15 - Fax: 0049 (0) 7451 / 62 47 56

TransEuropaLauf e.V. *** TransEurope-FootRace ***
http://www.transeuropalauf.de/ - http://www.transeurope-footrace.org/
Bankverbindung : Deutsche Bank *** Konto-Nr. : 870 2003 *** BLZ : 600 700 24